Ausstellungen​

Eines der großen Anliegen unseres Stifters Arthur Langerman ist es, dass Teile seiner Sammlung regelmäßig und an wechselnden Orten ausgestellt werden, um in kritischer und reflektierter Form über die Geschichte und die Gefahren des Antisemitismus aufzuklären. Die Bilder sollen die Dimensionen der Judenfeindschaft aufzeigen, als Warnung dienen und für visuelle Propagandamethoden sensibilisieren. Gleichzeitig gilt es zu vermeiden, dass antisemitische Stereotype aufgrund mangelhafter Kontextualisierung oder einer aufwertenden Musealisierungspraxis reproduziert werden. ALAVA sieht sich hier auch der Entwicklung und Verbreitung neuer museologischer Präsentationsformen verpflichtet, die gerade für den Umgang mit Stereotypen-befördernden Bildern nötiger denn je sind. 

Materialien aus den ALAVA-Beständen können für Ausstellungszwecke entliehen werden. Interessierte Museen, Gedenkstätten, Bildungsträger und andere Institutionen sind eingeladen, sich mit Ideen und Konzeptvorschlägen für etwaige Ausstellungsprojekte an uns zu wenden. ALAVA fungiert als Anlauf- und Verwaltungsstelle, die Anfragen koordiniert und den Leihverkehr organisiert, darüber hinaus aber auch Unterstützung bei der Erarbeitung von Ausstellungskonzepten anbietet. ALAVA wird schließlich auch eigene Ausstellungen konzipieren.

Ich möchte, dass meine Sammlung gesehen wird! Ich möchte, dass die Menschen diese Bilder sehen und verstehen, was passiert ist und wieder passieren kann!

Arthur Langerman mit einem Plakat aus der Serie „Musée des horreurs“, 2017

Laufende und geplante Ausstellungen

Die Ausstellung Plume de fiel, Images de haine. Esquisse d’une collection insolite (Von Giftfedern und Hassbildern. Auszüge aus einer ungewöhnlichen Sammlung) wird auf Wunsch des Centre Communautaire Laïc Juif (Brüssel) anlässlich der Feierlichkeiten zur Ehrung des Sammlers Arthur Langerman vorbereitet, der wegen seines unermüdlichen Einsatzes für das Wachhalten der Erinnerung an die Verfolgung der Juden und die Vermittlung dieses Wissens an die junge Generation zum „Mensch de l’année 2020“ („Mensch des Jahres 2020“) gewählt wurde.

Die verschiedenen aus der Sammlung ausgewählten Bilder geben einen Einblick in den kollektiven Wahn des jahrhundertealten und globalen Phänomens des visuellen Antisemitismus. Obwohl die Gestalter den Schwerpunkt auf „belgische“ Illustrationen gelegt haben, präsentieren sie den Besucher*innen auch Bilder anderer Provenienz, um grundlegende Elemente und verschiedene Formen des Antisemitismus aufzuzeigen.

Ein dem Sammler gewidmetes Video zeigt Ausschnitte aus seiner Lebensgeschichte und liefert einen Eindruck von einer ungewöhnlichen Reise sowie den Motiven, die ihn beim Erwerb der Objekte leiteten.

Mehr Informationen unter: cclj.be/agenda/exposition-plume-fiel-images-haine-esquisse-collection-insolite

Medienbeiträge über die Ausstellung
RTBF: L’image antisémite à travers le temps, à voir au CCLJ à Bruxelles (7. Oktober 2020)
The Times of Israel: Arthur Langerman et sa collection d’objets antisémites, au CCLJ de Bruxelles (15. Oktober 2020)

Die Ausstellung MONOCULTURE – A Recent History geht von dem Prinzip aus, dass jedes Verständnis von ‚Multikultur‘ eine Beschäftigung mit ‚Monokultur‘ voraussetzen sollte. Monokultur kann dabei als homogener Ausdruck der Kultur einer einzelnen sozialen oder ethnischen Gruppe definiert werden. Das Ausstellungsprojekt möchte sich dem Konzept Monokultur unvoreingenommen nähern. Es strebt dabei kein Gegenbild, sondern vielmehr eine Analyse von Monokultur an und wird sich dem Konzept nicht nur aus historischen, sozialen, kulturellen und ideologischen, sondern auch aus philosophischen, linguistischen und landwirtschaftlichen Perspektiven nähern. MONOCULTURE offeriert eine versuchsweise Kartierung, die eine vergleichende Analyse verschiedener Formen von Monokultur sowie ihrer Spiegelungen in Kunst und Propaganda zulässt; möglicherweise lassen sich daraus Rückschlüsse ziehen, die für die Gesellschaft und Kultur im Allgemeinen von Bedeutung sind.

Mehr Informationen unter: https://www.muhka.be/programme/detail/1439-monoculture-a-recent-history

#Fake Images: Unmask the Dangers of Stereotypes möchte zeigen, welche Wirkung Propaganda und Bildsprache auf uns haben. Welche Techniken werden benutzt, um die Einstellungen der Menschen zu beeinflussen? Und warum sind wir dafür so anfällig? Wichtiger noch: Wie können wir effektiv auf Propaganda, ‚fake news‘ und stereotype Bilder reagieren? Die Kazerne Dossin möchte diesen Fragen aufgrund ihrer eigenen Geschichte anhand einer kritischen Auseinandersetzung mit dem Phänomen des Antisemitismus nachgehen, denn wir wissen aus Forschung und Medien, dass antisemitische Anschauungen und Verschwörungstheorien weiterhin regen Zuspruch erfahren.

Auf Grundlage der Ausstellung Dessins assassins ou la corrosion antisémite en Europe (Mordende Bilder oder der antisemitische Zerfall in Europa), die kürzlich vom Mémorial de Caen organisiert wurde, präsentiert die Kazerne Dossin eine Auswahl einzigartiger Dokumente, Drucke und Objekte aus Arthur Langermans Sammlung und zeigt damit die besorgniserregende Entwicklung antisemitischen Denkens in Europa. Die Besucher*innen werden erfahren, wie ‚der Jude‘ über die Jahrhunderte hinweg als Feind und Übeltäter dargestellt wurde, und sich dabei die unausweichliche Frage stellen: Wie ist es möglich, dass die Menschen so lange derart offensichtlichen Mythen und Verschwörungstheorien Glauben geschenkt haben?

Mehr Informationen unter: https://fakeimages.be/?lang=en

Medienbeiträge über die Ausstellung

Antwerpenherdenkt.be: „Nazi-spotprenten moesten de Joden ontmenselijken“ (19. März 2021)
De Tijd: ‚Zoveel talent verspild aan haat in plaats van liefde‘ (27. Januar 2021)
Klara: Podcast Pompidou – Interview mit Arthur Langerman, Tomas Baum und Veerle Vanden Daelen (8. Februar 2021)
LʼEcho: #Fake Images, la nouvelle expo à la Caserne Dossin, désamorce les stéréotypes (8. Februar 2021)
RTV: Nieuwe tentoonstelling over fake news opent in Kazerne Dossin (26. Januar 2021)

Ausstellungskataloge

Mémorial de Caen (Hrsg.), Dessins assassins ou la corrosion antisémite en Europe, 1886–1945. Collection d’Arthur Langerman [Katalog anlässlich der Ausstellung „1886–1945, Dessins assassins ou la corrosion antisémite en Europe. Collection privée Arthur Langerman“, Mémorial de Caen, 20. März 2017 bis 22. April 2018], Paris 2018.

Bitte setzen Sie sich bei Fragen mit unserem Ausstellungskurator Dr. Philippe Pierret in Verbindung oder benutzen Sie das nachfolgende Kontaktformular. Sie erreichen ihn telefonisch unter: +49 30 314 701 29 oder per E-Mail: alava@asf.tu-berlin.de.

Kontaktformular

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